Jugendhilfeverbund Just M > Angebote > Kooperationsprojekte

Kooperation mit dem Amt für Wohnen und Migration

Mit den Wohnprojekten für unbegleitete minderjährige und heranwachsende Flüchtlinge in Kooperation des Stadtjugendamtes mit dem Amt für Wohnen und Migraton im Sozialreferat ist die Landeshauptstadt München der ständig wachsenden Zahl neu angekommender junger Menschen aus Krisengebieten mit einem bundesweit beispielhaft differenzierten und bedarfsgerechten System begegnet, das der gesellschaftlichen Integration der Betroffenen ebenso dient, wie es den selbst gesetzten Leitlinien des städtischen Integrationskonzeptes entspricht.

 

So wurde im Rahmen der Beschlussfassung des Münchner Gesamtplanes II, Soziale Wohnraumversorgung-Wohnungslosenhilfe, festgelegt, dass Minderjährige und Heranwachsende ohne erwachsene Familienmitglieder nicht allein in Notquartieren bzw. Pensionen untergebracht werden sollen. Um den speziellen Bedürfnissen der unbegleiteten Flüchtlinge und den spezifischen Anforderungen an die pädagogische Arbeit gerecht werden zu können, ist die Einrichtung von Wohngruppen jenseits von Notquartieren entschieden geworden.

 

Aufgrund dessen hat das Amt für Wohnen und Migration in den vergangenen Jahren ein differenziertes System der Unterbringung von minderjährigen und heranwachsenden unbegleiteten Flüchtlingen geschaffen. Es besteht neben der Jugendhilfeeinrichtung am Mariahilfplatz mit 16 Plätzen, die schon seit 1994 in der vorher gehenden Einrichtung in der Hessstraße in Kooperation mit dem Stadtjugendamt besonders traumatisierte junge Flüchtlinge auch ohne feste Bleibeperspektive aufgrund des Jugendhilfebedarfs unterbringt, aus mittlerweile drei Wohnprojekten und einer Vielzahl an Einzelwohnungen.

 

Die Wohnprojekte in der Implerstraße (seit 2009) und der Baumkirchner Straße (seit 2010) mit jeweils 32 Plätzen bringen Jugendliche und Heranwachsende bis 23 Jahren unter, die aus der Jugendhilfe, einer staatlichen Gemeinschaftsunterkunft oder einem privaten Notquartier kommen. Schwerpunkt der Betreuung sind die Verselbständigung und Integration. In Vorbereitung ist aktuell ein weiterer Standort in der Baldurstraße mit 8 Plätzen für unbegleitete minderjährige und heranwachsende Flüchtlinge sowie mehreren Einheiten für Familien mit Fluchthintergrund, die ab 1.12.2014 in Betrieb genommen werden sollen.

 

Darüber hinaus wurde eine große Zahl von Plätzen in angemieteten Wohnungen und umgewandelten Unterkunftsanlagen entwickelt, die bislang sämtlich aus dem Bestand des Amtes für Wohnen und Migration stammen. Hier werden Jugendliche und Heranwachsende in Wohngemeinschaften zu zweit oder zu dritt untergebracht, wenn sie bereits weitgehend selbständig und gut integriert sind. Sie werden mit nachgehender Sozialarbeit betreut; allerdings wesentlich weniger intensiv als in einem Wohnprojekt.

 

In der Regel werden die Betroffenen aus den Wohnprojekten und Wohnungen heraus nach zwei bis drei Jahren in den freien Wohnraum vermittelt, sofern dieser in ausreichendem Maß zur Verfügung steht. Als zusätzlicher Zwischenschritt für besonders bedürftige Jugendliche ist eine Unterbringung in Nachbetreuung in einzelnen Fällen bei den städtischen Wohnungsbaugesellschaften in Umsetzung.

Wohnprojekt Mariahilfplatz

Die Einrichtung für minderjährige und heranwachsene unbegleitete Flüchtlinge ist ein Kooperationsprojekt des Amtes für Wohnen und Migration und des Stadtjugendamtes. Das Wohnheim ist als Jugendhilfeeinrichtung konzipiert und bietet mit einer speziellen interkulturellen Kompetenz und sozialpädagogischen Fachlichkeit jugendlichen Flüchtlingen, die sich in schulischen oder beruflichen Bildungsmaßnahmen befinden, Unterstützung zu einem eigenverantwortlichen Leben und zur Integration in die deutsche Gesellschaft.


Das Leistungsspektrum umfasst pädagogische Angebote in Form von Beratung und Betreuung sowie ggf. die Vermittlung zu therapeutischen Angeboten, in die die Bedürfnisse der Betroffenen einbezogen werden, um dadurch sowohl die Qualität der Arbeit als auch die Zufriedenheit aller am Hilfeprozess Beteiligten kontinuierlich zu verbessern.


Ziel ist es, jungen Menschen, die Flucht und und teilweise Krieg erleben mussten und ohne familiären Hintergrund in einer für sie fremden Kultur Zuflucht gefunden haben, einen geschützten Raum zu geben, in dem sie sich ihrem Alter entsprechend unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Kultur zu einer verantwortungsbewussten und zu selbständiger Lebensführung fähigen Persönlichkeit zu entwickeln.

 

Ein wichtiger Aspekt ist hierbei die Möglichkeit der Teilhabe. Die Integration der Zielgruppe soll durch partizipatorische Prozesse in der Gestaltung von Alltag und Lebensumfeld befördert werden. Wesentlicher Teil unseres Selbstverständnisses ist es, die Jugendlichen entsprechend der in den UN-Kinderrechten und im SGB VIII festgelegten Standards vor Gewalterfahrungen zu schützen und entsprechenden Risiken wirkungsvoll und präventiv zu begegnen.

 

Um all dies zu erreichen wird eine Betreuungsform angeboten, die den entwicklungs- und alterspsychologischen Bedürfnissen der Betroffenen entspricht. Dabei werden bei der Umsetzung ethnische und kulturelle Besonderheiten sowie die unterschiedlichen Lebenslagen berücksichtigt.

Wohnprojekt Implerstraße

Das Haus in der Implerstr. 51a fügt sich unauffällig in den Stadtteil Sendling ein. Mit der in unmittelbarer Nähe befindlichen U-Bahnstation Implerstr. und einer Bushaltestelle ist es verkehrsmäßig gut erreichbar. In der näheren Umgebung sind zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf zu finden, das zuständige Sozialbürgerhaus liegt lediglich eine U-Bahnstation bzw. wenige Gehminuten entfernt.


Das Gebäude verfügt derzeit über 13 Wohneinheiten inkl. Küche und Bad mit einer Wohngröße zwischen 34 m² und 74 m² für zwei und vier Personen und damit insgesamt über 32 Plätze zuzüglich eines Notschlafplatzes. Die Wohnungen erstrecken sich über vier Etagen, nahezu jede Wohnung verfügt über einen Balkon. Da es sich um ein Rückgebäude handelt, zeichnet sich das Objekt durch seine ruhige Lage und einen begrünten Innenhof aus. Zusätzlich schließt sich ein separater rückwärtiger Innenhof an, der z. B. zum Tischtennisspielen genutzt wird.

 

Im Dachgeschoss des Hauses ist das Büro des sozialpädagogischen Personals integriert. Dadurch ist eine schnelle und unkomplizierte Anbindung garantiert, das Büro wird seitens der Bewohner als Anlaufstelle für Fragen und Themen unterschiedlichster Art sehr gut angenommen. Das Team besteht aus einem Sozialpädagogen des Amtes für Wohnen und Migration und einem Sozialpädagogen des Stadtjugendamtes in Vollzeit, einem Kulturmittler als geringfügig Beschäftigten und einer Praktikantin / einem Praktikanten.

 

In das Projekt werden unbegleitete minderjährige bzw. heranwachsende Flüchtlinge ohne Jugendhilfebedarf aufgenommen, die wohnungslos sind, sich in der Regel erst seit kurzem in Deutschland aufhalten, über sehr geringe Sprachkenntnisse verfügen, kaum Kenntnisse über die deutsche Gesellschaft besitzen, häufig keine Schulbildung oder Berufsausbildung haben. Auf Grund einer Aufenthaltserlaubnis sind sie im Besitz einer Bleibeperspektive. Es werden auch Jugendliche und Heranwachsende mit Fluchthintergrund aufgenommen, die aus der Jugendhilfe entlassen wurden, aber noch Unterstützung in ihrem Verselbständigungsprozess benötigen.

Wohnprojekt Baumkirchnerstraße

Das Anwesen Baumkirchnerstraße 17 ist ein bisher als Hotel genutztes Objekt. Es verfügt über 37 abgeschlossene Zimmer, die in der Regel mit einer Person belegt werden. In das Projekt werden ausschließlich junge Flüchtlinge ohne Jugendhilfebedarf aufgenommen. Die sozialpädagogische Betreuung ist vor Ort angesiedelt.

 

Zur Zielgruppe gehören unbegleitete minderjährige und heranwachsende Flüchtlinge ohne Jugendhilfebedarf und Obdach, die sich in der Regel erst seit kurzem in Deutschland aufhalten, über sehr geringe Sprachkenntnisse verfügen, kaum Kenntnisse über die deutsche Gesellschaft besitzen und häufig keine Schulbildung oder Berufsausbildung haben.

 

Auf Grund einer Aufenthaltserlaubnis sind sie im Besitz einer Bleibeperspektive. Es werden auch Jugendliche und Heranwachsende mit Fluchthintergrund aufgenommen, die aus der Jugendhilfe entlassen wurden, aber noch Unterstützung in ihrem Verselbständigungsprozess benötigen.

Wohnprojekt Baldurstraße

Bei dem Gebäude in der Baldurstraße 31 handelt es sich um ein Anwesen mit einer hohen Wohnlagenqualität. Es ist in unmittelbarer Nähe zum Städtischen Stadion an der Dantestraße und zum Dantefreibad im historisch gewachsenen Stadtteil Gern gelegen. Das Grundstück ist sowohl über die U-Bahn-Haltestelle Westfriedhof (50 m Distanz), als auch über mehrere Bus- und eine Straßenbahnlinie an das öffentliche Netz der Stadt München angebunden und damit sehr gut erreichbar. Das Gebäude verfügt über fünf Etagen und einen großzügigen Garten, der unmittelbar an das Dantestadion angrenzt. Jede Etage bietet drei unterschiedlich große Wohnungen mit vier Zimmern, die entweder mit mehreren Einzelpersonen oder Familien belegt werden.
 
Die beiden obersten Stockwerke werden vom Münchner-Kindl-Heim als Jugendwohnheim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nach § 13.3 SGB VIII genutzt und eigenständig geführt. Die untersten drei Stockwerke werden als Wohnprojekt auf der Grundlage neuer konzeptioneller Überlegungen und eines entsprechend angepassten Personaltableaus genutzt, das eine stärkere Präsenz von pädagogischen Fachkräften tagsüber betont und zusätzlich einen Dienst von sogenannten Pförtnern mit Sonderaufgaben nachts und an Wochenenden festlegt.
 
Das Wohnprojekt wird nach einem Mischkonzept betrieben, das sich aus verschiedenen fachlichen Erfahrungen der letzten Jahre ableitet. Es dient einerseits zur Unterbringung von unbegleiteten heranwachsenden Flüchtlingen, die über keinen dauerhaften freien Wohnraum verfügen und soll andererseits auch Familien mit Fluchthintergrund Obdach geben. Vom Standort Baldurstraße aus werden auch junge Menschen in kleineren Einheiten mit je 3 Plätzen in der Milbertshofener und Konrad-Celtis-Straße betreut.
 
Das Leistungsspektrum umfasst pädagogische, beratende und betreuende Angebote. Ziel ist es, unbegleiteten jungen Menschen sowie Familien mit Fluchthintergrund, die während ihres Aufenthaltes in München ein adäquates Maß an Selbständigkeit, Selbstverantwortung und Stabilität erreichen konnten, gezielte Unterstützung bei der Suche nach freiem Wohnraum sowie zum Abschluss einer schulischen oder beruflichen Ausbildung oder zum Eintritt in eine dauerhafte Erwerbstätigkeit zu geben, die Voraussetzung für den Auszug in dauerhaften Wohnraum sind.
Jugendhilfeverbund Just M Landeshauptstadt München Sozialreferat StadtjugendamtJugendhilfeverbund Just M Kinder- und Familienstadt